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Die ursprüngliche Mundart geht im ländlichen Raum durch Einflüsse des Fremdenverkehrs und der Medien mehr und mehr verloren oder wird verfälscht. Ziel dieses Projektes ist, dieses wertvolle Kulturgut für die Zukunft zu sichern und zu erhalten.

OSR. Dir. Leonhard Höck hat über Jahrzehnte 5000 Mundartwörter aus dem Bereich des Mitterpinzgaues gesammelt und Dipl. Ing. Dr. Alois Schwaiger hat diese Sammlung mit weiteren 2800 Worten ergänzt und für die Medien Internet und Buch aufbereitet.

Die Finanzierung des Projektes  erfolgte durch die Gemeinde Leogang unter Bürgermeisterin Helga Hammerschmied-Rathgeb im Rahmen des EU-Leader-Programmes. Beiden Institutionen ist dafür herzlich zu danken.

Die Mundart des Pinzgaues zeigt zwischen den Gebieten Mitterpinzgau, Oberpinzgau, Lofer und Taxenbach Eigenheiten in der Aussprache und teilweise auch in den Wortbedeutungen. Dieses Projekt ist mit seinem Wortschatz und der Aussprache repräsentativ für die Talschaften Leogang, Maria Alm und Saalbach sowie die Orte Maishofen und Saalfelden.

Da die Mundart in schriftlicher Form nur annähernd wiedergegeben werden kann, wurden alle Worte vertont und können online in alphabetischer Sortierung nach Mundart, Hochdeutsch und nach Sachgebieten abgefragt werden. Zusätzlich bietet eine Volltextsuche den direkten Einstieg in das Lexikon.

Insbesondere bei den ausgestorbenen Gewerben (z.B. Binder, Sattler etc.) sind viele Begriffe nicht mehr verständlich und sie werden daher durch Bilder anschaulich gemacht.

Die Basis des Lexikons mit 7800 Worten und 417 Bildern ist bereits in der Startversion umfassend. Um diese Basis in Zukunft zu erweitern, wurde die Möglichkeit der Eingabe von zusätzlichen Worten, Worterklärungen und Kommentaren durch die Internet-AnwenderInnen geschaffen. Auf diesem Weg sind auch regionale sprachspezifische Unterschiede der Pinzgauer Mundart erfassbar.

Das Lexikon bietet sich auch als Basiswerkzeug für Mundart-Projekte in Schulen an und aus diesen könnten eine wertvolle Erweiterung der Wortbasis erwachsen.

Im Auftrag der Landes-Kulturabteilung, die für die Freigabe der EU-Fördermittel des Projektes zuständig ist, wurde Ass.Prof. Dr. Peter Mauser vom Germanistik-Fachbereich der Universität Salzburg als Berater für die Beurteilung der korrekten Schreibweise der Mundartwörter beigezogen und nach den entsprechenden Adaptionen das Projekt in wissenschaftlicher Hinsicht positiv beurteilt.

Die Präsentation der Internetlösung und des Buches erfolgte am 2. Juli 2010 in der Aula der Hauptschule Leogang und das Projekt ist damit in Einsatz gegangen.

Neben der Internetlösung war das Lexikon auch als Buch in 400 Exemplaren aufgelegt, die mittlerweile bereits verkauft sind.

Die Programmierung für das Internet erfolgte mit hoher Fachkompetenz durch Thomas Ortner in der Firma klubarbeit.net in Fieberbrunn.